Rock’n’roll, baby!

image_22Ein Gespräch mit dem Musiklehrer unseres Ältesten neulich brachte eine interessante Erkenntnis. Als ich nämlich seufzte, ich würde ja auch gerne ein Instrument lernen und so schnell beherrschen wie unsere Kids, sei aber wohl zu alt dafür, da wurde ich überraschenderweise verbessert.

Es sei nämlich so, dass Erwachsene im Prinzip genauso schnell Instrumente beherrschen lernten wie Kinder. Allerdings gäbe es folgende wichtige Unterschiede:

  1. Kinder lernen einen Schritt nach dem anderen. Das Endziel spielt nicht annähernd eine so große Rolle wie bei uns Erwachsenen und der Spruch “der Weg ist das Ziel” passt auch. Erwachsene hingegen fangen den Unterricht schon mit einer konkreten Zielsetzung an und knüpfen da auch meist eine zeitliche Erwartung. Ist die nun unrealistisch reagieren sie schnell frustriert und brechen vorzeitig ab.
  2. Kinder lernen linear. Es kommt ihnen nicht darauf an, welche Fähigkeit als nächstes gelernt werden sollte oder warum dieser und nicht jener Schritt sinnvoll zu üben wäre. Dadurch, dass sie unvorbelastet und mit deutlich weniger verknüpfbaren Vorkenntnissen lernen verlassen sich Kinder auf die Auswahl ihres Lehrers und lernen jeden Schritt mit der selben Geschwindigkeit. Erwachsene hingegen haben ein einen Schatz von Fertigkeiten und Wissen auf das sie zurückgreifen und das sie querverknüpfen können. Das ist allerdings Segen und Fluch zugleich. Denn anstatt einen Schritt nach dem anderen zu tun springen Erwachsene zwischen den Lehrinhalten. Zum Teil ermöglichen die Vorkenntnisse erdrutschartige Erfolge und dann wieder hängt der Lernfortschritt an einer vermeintlich kleinen Sache.

Letztlich ist es aber so, dass die Anzahl Stunden, die aufzuwenden sind, pro Kind und Erwachsenen in etwa gleich sind. Natürlich gibt es gewisse Begabungen und vielleicht auch Vorkenntnisse, die helfen oder hindern. Aber generell lässt sich sagen, dass gerade bei Musikinstrumenten der Faktor Fleiß viel ausmacht.

Deshalb stimmt es auch, dass höchste Perfektion meist nur derjenige erreicht, der schon in frühen Jahren regelmäßig daran arbeitete. Denn die Anzahl Stunden, die ein Kind aufzuwenden fähig ist, darf nicht unterschätzt werden. Ich habe eine Studie gelesen wonach Musiklehrer bis zum Beginn ihrer Ausbildung ca. 3500 Stunden Übungszeit hinter sich hätten.

Für mich heißt das jedenfalls: Ich will irgendwann nächstes Jahr damit beginnen, Gitarre zu lernen… Denn es mag ja sein, dass aus mir kein Erich Clapton mehr wird aber lagerfeuerfest kann ich garantiert noch werden und Spaß machen wird’s alle mal…

One Response to “Rock’n’roll, baby!”

  1. Frank Eller writes:

    Tu es – Lagerfeuerfest bist du bei der Gitarre schon nach wenigen Monaten (je nach Übungsaufwand sogar schon nach wenigen Wochen), und wie du schon richtig bemerkt hast – Spaß macht’s allemal.

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