Das Revolutionäre an unserer heutigen IT

Ich bin zur Zeit in Wolfsburg. Nein, ich bin nicht bei VW sondern als Teilnehmer am alljährlich stattfindenden 2b ahead Zukunftskongress hier. Wir haben Kaiserwetter, der Kongress findet im hiesigen Schloss und überwiegend im Freien statt und die Teilnehmer sind eine bunte inspirierende Mischung aus allen erdenklichen Bereichen.

Die Aufgabe, der sich zu diesem Anlass mein Chef stellte: Die IT Roadmap der nächsten 10 Jahre in 10 Minuten.

Großartig. Und undankbar.

Einer der Teilnehmer meldete sich auch prompt zu Wort und fragte, ob Gestensteuerung und Spracherkennung denn wirklich so neu seien. Devices gäbe es ja auch schon und das Internet of Things sei ebenfalls nicht mehr besonders aufregend. Der Eingeweihte kenne diese Themen doch schon lange.

Richtig. Nur ist das nicht der Punkt. Die Beobachtung wie auch die Frage ging kilometerweit am eigentlichen Thema vorbei. Fragt man nach der Roadmap der nächsten 10 Jahre gibt es im Kleinteiligen dort nur alte Bekannte, zumindest sofern man sich auf die reine Technik beschränkt. Punkt.

Betrachten wir dazu doch beispielsweise ein Phänomen der heutigen IT: Das Smartphone. Es lässt sich argumentieren, dass nichts an diesen Geräten tatsächlich technisch neu ist. Touch gibt es seit Jahrzehnten, Apps auch. GPS, tragbare Kameras, Gyrosensor… alles nichts Neues.

Oder nehmen wir ein weiteres Hypethema: die Cloud. Das Internet und Rechenzentren haben wir doch schon lange. Big Data? – Ach was, große Datenbanken… gähn.

Richtig? – Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein!

Nur findet sich die wirkliche IT Revolution eben nicht in der Technik. Die war vorhersagbar. Moores Law, die Entwicklungen der letzten Jahre und die ganz offensichtlichen Themengebiete der Industrie ließen technologisch sehr gute Vorhersagen zu.

Was jedoch tatsächlich die IT Welt auf den Kopf stellt sind mehrere Grenzen, die durchbrochen wurden und die Art und Weise wie die Plattformanbieter der Zukunft damit umgehen. Hier die Barrieren, die meiner Meinung nach in den letzten Jahren aufgelöst wurden:

1. Die Kostengrenze:

Die ersten Computer kosteten mehr als ein durchschnittliches Einfamilienhaus und selbst als Computer weiter verbreitet waren, blieb doch viele Jahre IT ein unglaublich teures Unterfangen. Auch wenn “a PC on every desk” galt, waren gute Business PCs dennoch teure Geräte und für die im Unternehmensumfeld gebräuchliche Software galt das noch viel mehr. Oft waren zu den Endgeräten noch umfangreiche Infrastrukturen notwendig nebst dazugehörigem Personal. Heute hingegen leben wir in einer Zeit in der ein Smartphone mit mehreren Gigabyte Speicherplatz zusammen mit einem Handyvertrag erworben werden kann. Rechenzentren gibt es natürlich immer noch, aber im privaten Bereich sind wir längst gewohnt kostenfrei auf Speicherplatz und Rechenkapazität in der Cloud zuzugreifen. Tablet Computer beginnen preislich bei 49€ und Laptops sind für 200-600€ auch erschwingliche Gerätschaften. Software kostet in Form von Apps höchstens noch einstellige Eurobeträge…

Im Endeffekt bedeutet das: In unseren Breiten kann sich praktisch Jeder moderne Hardware und Software leisten. Die Industrie überschlägt sich darin immer neue Devices auf den Markt zu werfen und der Endkunde ist es gewohnt in bisher nie dagewesener Frequenz neue Hardware zu erwerben.

2. Die Komplexitätsbarriere

Früher waren PCs und die dazugehörige Software meist mit professionellem Anspruch erstellte Lösungen. Nicht nur waren sie teuer, sie waren häufig auch noch von Experten für Experten geschaffen. Schulungen waren nicht nur wünschenswert sondern häufig notwendig um überhaupt produktiv arbeiten zu können. Softwareentwicklung war eine Tätigkeit, die eine mehrjährige Ausbildung benötigte um ernsthaft erfolgreich sein zu können. Entwicklungszeiten gingen in die Jahre.

Heute sieht die Sache anders aus: Mit der eben schon erwähnten Freiheit, jederzeit auf Hardware zuzugreifen und Leistung abzurufen sind plötzlich Endanwender in entscheidender Position. Sie verwenden nur attraktive, einfach zu verstehende Lösungen und bevorzugen die elegantere Lösung wenn zwei zur Auswahl stehen. Hinzu kommt, dass die Bedienprinzipien moderner Geräte inzwischen gesellschaftlich etabliert sind. Das Wissen um Wischgesten und die Akzeptanz von Telefonen im öffentlichen Raum ist nahezu vollumfänglich. Und die Lösungsentwicklung? Die kann inzwischen praktisch von jedem in wenigen Tagen, manchmal sogar in wenigen Stunden erlernt werden. Jedermann kann App-Entwickler werden oder doch zumindest eigene Lösungen konfiguratorisch erzeugen. 

3. Die Kapazitätsbarriere

Vor wenigen Jahren war die Ausstattung des lokalen Rechner eine Begrenzung, die sich de fakto nicht überwinden ließ. Wenn der lokale Speicher voll, die lokale CPU ausgelastet wurde, ging nichts mehr. Heutzutage sieht die Welt anders aus. Nicht nur lassen sich dynamisch praktisch endlos Resourcen aus der Cloud hinzuziehen, wir sind es auch gewohnt und erfreuen uns extrem niedriger Preise für diese Dienstleistungen (siehe Punkt 1). Egal ob mein Telefon ein Billigmodell aus Taiwan oder das aktuelle High Tech Flagschiff ist: Die Lösungen sind prinzipiell die selben, denn die Hauptlast liegt in der Cloud. Damit wird Software letztendlich von einem Produkt zu einer Dienstleistung. Statt ein technisches Ingenieursprodukt zu erwerben, kaufen wir eine Dienstleistung von definiertem Umfang.

Und das Revolutionäre?

Ich glaube, das Wegfallen dieser drei Barrieren bewirken derzeit mehrere Dinge:

  • Breite Schichten der Gesellschaft sind kompetent in der Bedienung moderner Software und Geräten
  • Die Technik in den Händen der Endkunden sind aktueller und leistungsfähiger als die am Arbeitsplatz zur Verfügung gestellten Lösungen.
  • Die Updategeschwindigkeit ist derart hoch, dass Endkunden ihre CIOs buchstäblich “vor sich hertreiben”.
  • Softwareentwicklung wird zu einem für breite Gesellschaftsschichten zugänglichen Prozess wodurch Menschen Lösungen erschaffen, die bisher von diesem Prozess ausgeschlossen waren.
  • Diese “Demokratisierung” der Technologie führt in der IT zu einer Zunahme der zwei Hauptaktivitäten des Homo Sapiens: Kommunikation & Kreativität

Letztlich bewegen wir uns auf eine Zeit zu in der Geräte überall und in allen erdenklichen Formen existieren, auf schier unendliche Rechenleistung und Speicher zurückgreifen und dabei von jedermann programmiert werden können. Der Rückkanal wird über Sensorennetzwerke wie Handies und Autos, über neue Displays, Brillen etc. massiv aufgebaut und die Algorithmen sind inzwischen derart leistungsfähig, dass wir demnächst von “Intelligent Machines” sprechen können.

Damit haben wir zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit eine Technologie erschaffen, die sich auf den Menschen einstellen, auf ihn zubewegen und ihn ultimativ verstehen kann.

Big Data sehe ich da übrigens als den ersten Schritt hin zu sich selbst programmierenden Maschinen. Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft werden wir durch die Welt laufen und auf Schritt und Tritt dabei Software erschaffen. Durch unsere Interaktion mit Sensoren, durch Gesten, Stimme und den Kontext den wir setzen, werden wir Teil einer durchgehenden Kreativitätskette. Und dieser Prozess läuft von uns unbemerkt ab, gesteuert durch Unmengen an Daten, kontrolliert von jedermann, begrenzt nur durch unseren Willen und unsere Phantasie.

Revolutionär?

You bet!

Die 80-20 Regel aka Das Pareto-Prinzip

image_14Als Vilfredo Pareto, seines Zeichens Ingenieur und später bedeutender Soziologe, im 19. Jahrhundert die Reichtums Verteilung in Italien untersuchte, entdeckte er ein statistisches Phänomen, das heute als das Pareto-Prinzip noch immer seinen Namen trägt: Er stellte nämlich fest, dass 80% des Vermögens in der Hand von 20% der Menschen war. Sein Rückschluss damals war, dass Banken sich im Grunde in ihren Angeboten auf diese 20% konzentrieren könnten und damit 80% ihres Umsatzes erzielen.

Aufwand vs. Ergebnis

Abstrakt kann man Paretos Erkenntnis auch folgendermaßen zusammenfassen:

Mit 20% des Aufwandes lassen sich 80% der Erfolge erreichen.

80% des Aufwands sind für die verbleibenden 20% aufzuwenden.

Das Pareto Prinzip wird heutzutage in vielen alltäglichen Zusammenhängen zitiert, nicht immer mit Berechtigung, denn natürlich liegt dem PP ein statistisches System zugrunde, dass bestimmte Kriterien verlangt.

Dennoch gibt es einen ganz offensichtlichen Grund, warum dieses Prinzip zu unserem besten Freund werden sollte: Weiß man nämlich, welche 20% des täglichen Pensums die wichtigsten/ergebnisreichsten sind, kann man dieses Wissen beim Priorisieren seiner Aufgaben nutzen und 20%-Aufgaben den Vorrang einräumen…

Lässt sich das Pareto Prinzip zunutze machen?

Jeder von uns hat für gewöhnlich mehr Aufgaben vorliegen als er bequem erledigen kann. Irgendetwas – und für viele ist es ein langer Lernprozess bis sie sich diese Erkenntnis zum ersten mal eingestehen – fällt zwangsläufig von Zeit zu Zeit von der Liste und bleibt liegen.

Was nun konkret von der Liste fällt hängt von der Priorisierung der Liste ab. Hand aufs Herz: Was ist bei Dir oben auf der Liste? Aufgaben vom Chef? Der Kollege, der immer wieder nachfragt? Dinge, die man gerne macht? Bei mir ist die Versuchung groß, genau so zu priorisieren und da ist auch nichts falsch dran. Nur sorgt diese Art der Priorisierung wahrscheinlich dafür, dass die Durchmischung mit 80% Aufgaben und 20% Aufgaben durch alle Prioritäten hindurch etwa gleich ist.
Das senkt den möglichen Erfolg denn immer mal wieder kommt es vor, dass eine 20% Aufgabe mangels Zeit liegen bleibt und nie zu den 80% beitragen kann…

Um die Frage zu beantworten: Das Pareto Prinzip lässt sich selbstverständlich ausnutzen. Aber nur unter bestimmten Bedingungen. So gibt es etwa Aufgaben bei denen weniger als 100% Zielerfüllung nicht akzeptabel sind. Es gilt also zunächst Bestand aufzunehmen und sich die täglichen Aufgaben gezielt anzusehen.

Das Pareto Prinzip im Arbeitsleben ausnutzen

Timothy Ferris hat in seinem Buch “Die 4-Stunden-Woche” das Ausnützen des Pareto Prinzips fast schon zur Kunstform erhoben. Während ich persönlich glaube, dass das nur die halbe Miete ist und nicht von der Notwendigkeit zu wenigstens grober Zeitplanung und Priorisierung befreit, bleibt trotzdem interessant wie gezielt er dabei vorgeht.

Folgende Schritte sind notwendig, will ich meine Aufgabenliste geschickt optimieren:

  1. Bestandsaufnahme der Aufgabenpakete (was sind die großen Themen an denen ich arbeite? Gibt es Bereiche in denen 100% Zielerfüllung zwingend notwendig ist?)
  2. Gibt es bereits 80-20 Muster?
    Nehmen wir uns nun die einzelnen Themen vor, identifizieren die einzelnen dazugehörigen Aufgaben und nehmen ehrlich Bestand auf: Welche Aufgaben waren in der Vergangenheit erfolgreich, welche waren arbeitsintensiv, welche kamen nie zum Abschluss? Der einfachste Weg, diese Fragen zu beantworten dürfte eine Liste sein in der wir den Aufgaben 3 Kategorien zuordnen: A (Ergebnis>Aufwand), B(Aufwand>Ergebnis), C(Unerledigt)
  3. Von dem Muster lernen
    Beim Blick auf die Liste erkennen wir schnell wiederkehrende Muster. Mails bestimmter Kollegen produzieren immer besonders viel Arbeit, haben aber wenig Wirkung. Bestimmte Aufgaben fallen uns leichter als andere und sind daher öfter erfolgreich. Aus diesen Mustern können wir nun eine Gewichtung ableiten, die in die Sortierung unserer täglichen Aufgaben einfließen sollte.
  4. Feedbackschleife
    Die Hoffnung hinter einer derart sortierten Liste ist, dass wir effizienter werden. Damit wir den Effekt auch wahrnehmen, bietet sich an, die komplette Analyse regelmäßig (einmal im Monat) zu wiederholen. Wir sehen dann ob es funktioniert hat und können Fehler korrigieren.

Was bringt das alles?

Es gibt zwei mögliche Ergebnisse dieser Priorisierungsübung:

  1. dasselbe Ergebnis mit weniger Zeitaufwand => Mehr Freiraum für andere Themen
  2. mehr Ergebnis bei gleichbleibendem Aufwand => höhere Effizienz

Eine Mischung aus beidem kann dafür sorgen, dass nicht nur die Menge sondern auch die Qualität unserer Aktionen steigt. Das Pareto Prinzip kann so genommen als Motor der eigenen Lebensführung dienen, sei es nun um effizienter zu werden oder um mehr Freizeit für andere Themen zu eröffnen.

Das Pareto Prinzip ist überall

In meinem persönlichen Alltag ist es zumindest allgegenwärtig. 20% meines Geldes muss für 80% eines Monats reichen, 80% unserer Haushaltsausgaben bestreiten wir mit den immer gleichen 20% Gütern (einen Umstand, den ich sogar in meinem Fernstudium im Rahmen des Social Science Kurses beleuchten durfte) und 20% meiner Emails produzieren 80% der Arbeit, 20% meiner Initiativen sind für 80% meiner Erfolge verantwortlich…

Es liegt auf der Hand, dass man das nicht nur für die eigene Aufgabenplanung nutzen kann. Um etwa ein Beispiel von eben aufzugreifen: Wenn ich die 20% Lebensmittel kenne, die 80% der Kosten produzieren, habe ich gleichzeitig den Bereich identifiziert in dem ich mit geringerem Aufwand mehr Änderung bewirken kann.

Mein Fazit also: Das Pareto Prinzip ist ein wertvolles Werkzeug. Es lohnt sich, es im Hinterkopf zu behalten und hin und wieder sich hinzusetzen und die Frage nach den weise investierten 20% zu stellen…

7 Tipps für bessere Emails (und schnellere Antworten)

image_11Facebook begrüßte mich neulich mit einem Stoßseufzer eines Facebook-Freundes:

drücke nicht auf “new Mail”, vieles geht schneller persönlich per Telefon #lessMail

Ist das vielleicht schon der erste Tipp? Weniger Mails schreiben? Nein. Ich glaube, es geht weniger um die tatsächliche Menge sondern um etwas anderes, nämlich dem gezielten Umgang mit der Unmenge an Kommunikationswegen, die uns als modernem Menschen zur Verfügung stehen. Wir vergessen gerne, dass Email nur eine von vielen Optionen ist (aber das werde ich zum Gegenstand eines anderen Posts machen).

Wenn wir also dann doch den Vorteil asynchroner Kommunikation nutzen wollen, gibt es eine ganze Reihe von kleinen Angewohnheiten, die Mail nützlicher und schneller machen.

Nachfolgende Liste von Tipps hat natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da gibt es sicherlich Raum für mehr. Was hat sich bei Euch bewährt? Lasst es mich wissen!

Tipp 1: Kurze Mails werden schneller gelesen

Das kennen die meisten: Eine Mail kommt rein, man öffnet sie und sieht auf den ersten Blick, dass man schon für den ersten Absatz scrollen Muss… Instinktive Reaktion: “Das schaue ich mir nachher an, wenn ich mehr Zeit habe”. Natürlich hat man später auch nur wenig Zeit… Die Mail setzt den Leser also durch ihre schiere Länge unter Druck und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die Mail liegen bleibt. Wenn es also möglich ist, sollten Mails immer so kompakt sein, dass idealerweise schon in der Vorschau des Mailprogramms der Großteil überblickt werden kann. Wenn es sich aber wirklich nicht vermeiden lässt mehr Text zu produzieren, dann kommen wir zu…

Tipp 2: Lange Mails mit einem Executive Summary einleiten

Manchmal sind Mails notwendigerweise etwas länger. Warum dann nicht einfach eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte an den Anfang setzen (max. 5 Sätze) und hervorheben? Das zeigt unseren Respekt vor der Mühe des Empfängers sich mit unserer Mail auseinanderzusetzen und hilft bei der Einschätzung des Zeitaufwands. Hier wäre auch der Platz kurz die Aktionen zu erwähnen, die wir uns vom virtuellen Gegenüber wünschen. Detaillierte Informationen liefern wir dann in der Mail selbst.

Tipp 3: Überschriften und Absätze

Die Menge an Mails ohne Struktur, die einfach nur runtergeschrieben wurden in meiner Inbox ist unglaublich. Immer dann wenn mir jemand eine Nachricht schickt, die Gebrauch von Formatierungsmöglichkeiten macht und Wichtiges hervorhebt oder mir das Lesen durch Absätze und Zeilenumbrüche erleichtert danke ich im Geiste dem Verfasser.

Für den Absender heißt das wiederum: Die Wahrscheinlichkeit einer schnellen Antwort steigt umso mehr je einfacher er das Lesen der Nachricht gestaltet hat. Einfach gelegentlich Umbrüche und Überschriften einfügen und schon hat man sich ein paar Sympathien gesichert…

Tipp 4: Wenn möglich nur einen Adressaten auf To:

Wer direkt angeschrieben wird, fühlt sich auch direkt angesprochen. Legen wir das auf unsere Emails um, so bedeutet das: Als Empfänger immer nur diejenigen festlegen, die auf die Email reagieren müssen. Alle anderen auf CC. Ein weiterer wichtiger Effekt betrifft hier die Anzahl Empfänger: Sind das nämlich mehr als 5, dann besteht das Risiko, dass sich niemand so richtig angesprochen fühlt und die erhoffte Antwort länger als notwendig auf sich warten lässt, da alle auf eine Antwort der anderen Empfänger warten.

Tipp 5: Schon im Betreff den Typ der Mail angeben

Eine Mail, die im Betreff ein “FYI” (For Your Information) oder “ACTION” enthält kann vom Empfänger schnell eingeordnet werden. Wir machen das Leben des Empfängers damit leichter, kombinieren wir das mit Tipps 1&2 wird eine schnelle Antwort deutlich wahrscheinlicher.

Tipp 6: Erlaubnis zurück zu delegieren

Manchmal schreiben wir Emails und erreichen damit jemanden, der im Thema nicht so tief drin steckt wie wir glauben oder zur Zeit zu beschäftigt ist, sich damit auseinanderzusetzen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass solche Mails besonders oft liegen bleiben und Kandidaten für ständiges Aufschieben sind. Grund: Wer gibt schon gerne zu, dass er nicht so genau weiß ob er nicht doch zuständig ist oder (je nach Absender der empfangenen Nachricht) gibt schon gerne eine abschlägige Antwort? Das Problem dabei: Oft wartet man selber auf eine Antwort und kann manches mal nicht weiterarbeiten…
In meiner täglichen Praxis hat es da Wunder gewirkt, in meinen Mails gleich zu Anfang darum zu bitten, ggf. an jemand anders zu verweisen. Auch ein freundlicher Hinweis, dass man wisse wie beschäftigt der andere sei und dass ein kurzer Hinweis mich dazu brächte anderweitig nach einer Lösung zu schauen statt zu warten hilft oft.

Tipp 7: Deadlines setzen

Wenn es einen Zeitpunkt gibt, zu dem die Mail bearbeitet sein muss, dann sollte das gleich in den ersten Sätzen erwähnt werden und idealerweise fett und farbig markiert werden. Das hat zwei Effekte:

  1. In vielen Fällen werden sich unsere Mailpartner daran halten, eine Antwort kommt also rechtzeitig zurück.
  2. Wir erleichtern unserem Gegenüber die Einschätzung wie dringend eine Nachricht ist. Der Respekt für den Empfänger den wir dadurch zeigen rechnet sich meist in schnellere Bearbeitung unserer Frage um. Sollte sich herausstellen, dass die Deadline nicht machbar ist, hilft auch das, denn wir werden vermutlich schneller davon erfahren als es ohne diese Angabe der Fall wäre.

Was haltet ihr von den Tipps? Teilt doch Eure eigenen bewährten Kniffe in den Kommentaren oder auf der Facebook Seite zum Blog… Ich freue mich von Euch zu lesen!

Installing and Configuring Windows Server 2012

Jetzt steht er also, mein Prüfungstermin ;-)

In 4 Wochen trete ich bei Prometric an um mich für 70-410 (Installing and Configuring Windows Server 2012) zertifizieren zu lassen. Leider weiß ich schon jetzt, dass ich nur sehr wenig Zeit zum Lernen haben werde. Aber heute war Zeit und so habe ich mir die Testversion heruntergeladen und eine Menge damit rumgespielt. Sehr angenehm fand ich dabei, dass die Testversion auch als fertig installierte VHD downloadbar ist. Kurz noch in Hyper-V die dazugehörige Maschine eingerichtet, VHD angegeben, fertig.

Um sich nach und nach mit den Themen Vertraut zu machen lohnt sich außerdem ein Blick in die Microsoft Virtual Academy und dann habe ich noch angefangen, mich durch das dazugehörige Buch zu lesen. Damit sollte das doch eigentlich zu machen sein, oder? :-)

Erfolgreich im Job

image_30Viel wurde schon geschrieben und gesagt über die Kunst, erfolgreich im Beruf zu sein und vermutlich steckt in jeder der verschiedenen Philosophien etwas Wahres.

Stephen R. Covey beschrieb beispielsweise in seinem Buch, “7 Habits of highly effective people” (auf Deutsch erschienen unter dem Titel “Die 7 Wege zur Effektivität: Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg”) folgende Erfolgsfaktoren:

  1. Pro-aktiv sein. Verantwortung für sich und sein Leben übernehmen.
  2. Schon am Anfang das Ende im Sinn haben.
  3. Das Wichtigste zuerst. Klare Prioritäten nach “wichtig” und “dringend” setzen und mit Disziplin verfolgen.
  4. Think win/win. (Das Anstreben des gegenseitigen Vorteils in allen Beziehungen.)
  5. Erst verstehen, dann verstanden werden. (Tja… das Ding mit dem Zuhören…)
  6. Synergie erzeugen.
  7. Die Säge schärfen. (sprich: sich selbst, seinen Verstand und sein Leben aktiv und anregend erhalten)

Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber ich würde da meine Unterschrift drunter setzen. Allerdings bin ich nicht in jeder Lebenslage bereit in dieser geliebte Kategorie der “Highly Effective People” zu sein, doch das ist ein anderes Thema. Trotz allem sind diese Methoden sicherlich sehr nützlich und oft erfolgreich. Richard St. John, seines Zeichens Forscher und Buchautor, verbrachte 10 Jahre damit zu erklären welche Faktoren denn nun wirklich Erfolg ausmachen. Sein Buch (The 8 Traits Successful People Have in Common: 8 to Be Great) identifiziert 8 davon und wem das Buch die Investition nicht wert ist, der kann sich in diesem (ebenfalls Englischen) 5 Minuten TED Talk die Zusammenfassung anschauen. Sein Rezept:

  1. Serve (Dienen, sprich: Den Nutzen der Anderen in den eigenen Handlungen im Blick haben)
  2. Passion (Leidenschaft: Wir sind am erfolgreichsten wenn wir für eine Sache brennen und sie mit Leidenschaft vorantreiben)
  3. Work (Richard ist deutlich: Ohne Fleiß kein Preis…)
  4. Focus (Je konkreter und spezieller, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir erfolgreich vorgehen können…)
  5. Persist (Am Ball bleiben… Wenn wir nicht aufgeben, überwinden wir auch Hindernisse)
  6. Ideas (Die gute Nachricht: Es gibt reichlich. Die schlechte: Wir müssen eine finden…) Richards Beispiel ist Bill Gates, dessen Gedanke, eine Softwarefirma zu gründen mal eine echt gute Idee gewesen sei… :-) )
  7. Good (Das Rezept geht so: Entweder etwas machen in dem man wirklich gut ist oder versuchen, in dem was man tut so richtig gut zu werden. Es ist zwar nicht so, dass sich Gutes automatisch durchsetzt, aber wenn alles andere zusammenkommt macht die Qualität den Unterschied).
  8. Push (Durchpowern ist nötig. Entweder man schafft es selbst, sich auch durch tiefen hindurch zu motivieren oder aber man hat jemanden, der hilft… Mutti? Wo bist Du?)

Richard St. John bläst mit diesen 8 Kriterien in ein etabliertes und wohl bekanntes Rohr: Dem Tüchtigen gehört die Zukunft… Protestantische Arbeitsethik. Ich persönlich finde Covey’s Katalog sympathischer, denn er beschreibt warum und wie wir agieren statt sich auf die Handlungen zu beschränken.

Ist das aber wirklich schon alles? Gibt es nicht leidenschaftliche Menschen mit guten Ideen, die ihren Leidenschaften nachgehen (usw. usw.) aber trotzdem keinen Erfolg haben? Klar gibt es die.

Darum noch ein kleiner Nachtrag zu den Faktoren, die meiner Meinung nach noch nötig sind um das Bild komplett zu machen.

Erfolg ist fast immer eine zwischenmenschliche Sache. Bin ich jemand, der im Alleingang die Antarktis durchquert, habe ich sicherlich ganz allein und selbstverwirklicht Erfolg. Aber diese Fälle sind die Ausnahme. Normalerweise machen uns andere Menschen erfolgreich. Darum…

  1. Je mehr Menschen wir ohne Erwartung einer Gegenleistung helfen, desto wahrscheinlicher wird uns irgendwann selbst auch dabei geholfen werden erfolgreich zu sein.
  2. Es ist wichtig wer wir sind… und genauso wichtig, dass uns Menschen in unserer Umgebung einschätzen können. Besonders wer persönliche Ziele verwirklichen will, sollte seinen Mitmenschen erlauben das warum und wie zu verstehen.
  3. Nur Menschen mit Ecken und Kanten hinterlassen Eindruck. Manchem täte es gut, statt seine Eigenarten zu verbergen ihre Gründe zu verstehen und dazu zu stehen. Manche vermeintliche Marotte kann so zu dem einen Punkt werden, der uns besonders und unterscheidbar macht.

Wie ist das bei Euch? Gibt es Lehren, mit denen ihr diese Listen erweitern würdet?