Schwule, Vegetarier und Netzaktivismus

Manchmal hasse ich facebook. Wenn in Wellen Videos durch meine Timeline schwappen in denen gute oder weniger gute Freunde Biere runterschütten oder ein und derselbe Scherz zum tausendsten Mal empfohlen wird. Wenn Idioten meinen es wäre völlig in Ordnung online über Obdachlose abzugehen oder Petitionen für eine verklemmte Sexualmoral und Fremdenangst promoted werden.

Aber manchmal ist es genau dieser Nachmach-Trieb und Videoklickreflex, der Material in mein Bewusstsein schwemmt, das entweder beeindruckend, aufrüttelnd oder auch einfach nur zum niederknien schön ist.

Diese Woche passierte das gleich mehrmals. Fing die Woche noch mit einer Giraffenschlachtung an in deren Windschatten ein hirnloser Online-Mob die Hinrichtung eines Zoodirektors forderte, kam zeitgleich dieses Video in meinen Stream:

SAMSARA food sequence from Baraka & Samsara on Vimeo.

Das ist gleichzeitig ein filmisch wunderschön gemachtes Video als auch eines, das mich jetzt seit Tagen nicht mehr los lässt. Ich denke, wer dieses Video mit offenen Augen anschaut kann nicht anders als einige seiner Gewohnheiten grundlegend auf den Prüfstand zu stellen. Und das obwohl es ganz ohne Ekel-Szenen auskommt sondern auf seine gruselige Art ästhetisch-distanziert bleibt.

Ein ganz anderes Thema berührend, aber ähnlich in seiner Wirkung war dann dieses Video hier:

In diesem Kurzfilm sind die Rollen vertauscht. Männer benehmen sich wie Frauen und umgekehrt. Das ist eigentlich alles, in seiner Wirkung aber wird geradezu schockierend deutlich wie absurd manche antrainierten und täglich beobachtbaren Verhaltensweisen sind. Der Film ist ein Plädoyer für mehr Respekt indem er einfach nur den Spiegel hoch hält.

Um Respekt geht es dann auch in meinem dritten Filmtipp. In den USA kam es zu einem Coming-Out. Ein Sportler hat sich als schwul geoutet und damit öffentlich eine Debatte und auch diskriminierende Reaktionen ausgelöst. Das folgende Video kommentiert die Reaktionen so treffend, dass der Kommentator es verdient, gefeiert zu werden.

Und jetzt mein Appell: Schaut Euch die Videos an und hinterlasst mir Eure Gedanken dazu in den Kommentaren. Oder verteilt sie weiter in Euren Netzwerken. Sinnvoller als Giraffen-Rants, Bier-auf-ex-Filmen oder Petitionen gegen Sexualkunde sind sie alle mal…

Open University für internationale Studenten

Die Open University ist meiner Meinung nach eine der zugänglichsten Fernunis. Es gibt viele Resourcen, spannende kostenfreie Angebote und ein sehr breites Spektrum an Information, die einen guten Eindruck davon vermittelt wie die Uni arbeitet und aufgebaut ist.

Trotzdem kann man natürlich alles verbessern, besonders wenn es darum geht sich um die im Ausland Studierenden zu bemühen. Genau das hat die OU nun getan und unter http://www.openuniversity.edu/ ein Portal geschaffen die wichtigsten Resourcen zusammenkommen. Sogar anrufen kann man sich lassen :-)

Mitmenschen

Ein kurzer Blick in Facebook brachte mir dieser Tage eine besorgte Warnung:

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und (wie so oft) konnte ich mich nicht zurückhalten.

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Es kam zu einer kleinen Diskussion über aufdringliche Bettler und Einbruchsserien. Irgendwann waren wir da:

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Nur ein paar ausgewählte Zitate:

“Wie viele Bedürftige brauche ich noch in meiner Heimat”
“…wenn einer bedürftig ist soll er zum Amt gehen … und nicht auf der Straße rumlaufen … sollte er illegal in Deutschland sein wissen die … wo sein Schiff ablegt.”

Übrigens: Im Zuge der Diskussion habe ich gelernt, dass es eine Art Lizenz gibt, die das Betteln zulässt und den Behörden die Kontrolle von Bettlern ermöglicht. Wie verdreht ist das denn? Ein Mensch, der verzweifelt genug ist, sich auf die Straße zu setzen und Fremde anzubetteln kann wegen einer fehlenden Lizenz festgenommen werden? Klingt für mich nach einem Kunstgriff um Menschen aus dem Stadtbild entfernen zu können, was meint ihr?

So oder so ist mir gerade wirklich übel…

 

Passworte könnten so viel sicherer sein…

Ich warne Euch vor: Das hier wird ein Rant. Wer also gerade nach guter Laune sucht, der klicke am Besten schnell weiter.

Worum es geht? Um das hier:
Heute wollte ich mich auf einer neuen Webseite anmelden. Ein Passwort musste her. Ich tippte einen Satz mit Zahlen und Sonderzeichen ein wie ich es immer zuerst versuche. Wie so oft klappte das leider nicht. Zum Einen sei mein 20 Zeichen langes (!) Passwort unsicher, da englische Worte enthalten waren. Außerdem seien Leerzeichen als Sonderzeichen nicht erlaubt. Und im Übrigen gelte ein Längenlimit von 15 Zeichen…

AAAAAAAAAAAARRRRRRRGGGGGLLLL!

Das schießt echt den Vogel ab. Ich finde es kaum zu ertragen, dass eine so wichtige Seite wie facebook Zeichen wie das Fragezeichen im Passwort verbietet. Auch Seiten, die eine Längenbegrenzung von weniger als 30 für ihre PWs vorgeben sind wirklich ärgerlich. Aber dann noch dazu zu zwingen kryptisch zu werden, dabei aber bestimmte Zeichen zu verbieten ist wirklich anstrengend.

An alle Admins da draußen:

Ich weiß ja, dass ihr gelernt habt ein gutes Passwort sei nur gut wenn
- Mindestens 8 Zeichen
- Mindestens eine Zahl, ein Sonderzeichen und Groß- wie Kleinbuchstaben verwendet
- keine echten Worte

Aber eigentlich ist es doch so, dass ein wirklich langer natürlichsprachlicher Satz um Dimensionen sicherer ist als ein 8 Zeichen Kryptowahnsinn. Letzterer ist auf einem modernen Rechner in knapp 20 Sekunden per Brute Force geknackt und weil er so grausam zu merken ist nehmen Nutzer auch kein Zeichen mehr als unbedingt notwendig (und verwenden das Passwort gleich an zweim drei anderen Stellen noch mal)…

Ach… und übrigens… ein ‘O’ durch ’0′ und ein ‘i’ durch ’1′ zu ersetzen gehört inzwischen zum Standardvorgehen eines jeden Passwortknackers. Auch das Ausrufezeichen am Ende…

Und wenn wir schon dabei sind: Warum braucht eigentlich jeder Popeldienst immer eine Anmeldung mit Passwort? Es gibt eine Menge Seiten, da täte es auch ein Captcha und der Drops ist gelutscht, denn ob sich jemand mit meiner Identität bei einem Wetterdienst anmelden kann ist mir grad egal…

Tja… rant over… aber es musste einfach mal raus.

Business Management Myths

Im Moment ist bei der University of Liverpool Studienpause. Mein letztes Modul ging im Dezember zu Ende und abhängig davon für was mich mein Studienberater als nächstes registriert (es gibt Core Module und die fangen immer im Wechsel an, es wird automatisch für das jeweils nächste freie Modul registriert) geht es Entweder in 10 Tagen oder nächsten Monat weiter.

Ich beschäftige mich daher dieser Tage ausgiebig mit Podcasts und MOOCs und dabei bin ich über einen Beitrag des HBR Ideacasts gestolpert in dem es über verbreitete Managementmythen ging.

Hier geht es direkt zur dazugehörigen Webseite.

Oder gleich hier anhören:

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